Nordkorea werden menschen wie Tiere behandelt

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Nordkorea werden menschen wie Tiere behandelt

Beitrag von traudel am Mi Mai 03, 2017 9:25 am

dpa/Wong Maye-E
Mittwoch, 03.05.2017, 06:25
Die Existenz der nordkoreanischen Straf- und Vernichtungslager ist ein offenes Geheimnis - auch wenn das Regime sie bis heute bestreitet oder als„Erziehungsanstalten für staatsfeindliche Verbrechen“ verharmlost. Doch Satellitenbilder und Schilderungen geflüchteter Häftlinge belegen die unfassbaren Grausamkeiten, die sich dort abspielen. Nun meldet sich auch eine ehemalige Wärterin zu Wort.

Die Frau mit Namen Lim Hye-jin ist aus Nordkorea geflohen und lebt heute in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Im Gespräch mit der britischen Zeitung „Daily Mail“ schildert sie, was sie in den Lagern erlebt hat.
Demzufolge wird den Wärtern in den Vernichtungslagern eingetrichtert, die Gefangenen hätten schreckliche Verbrechen begangen. Das Ziel: Die Wärter sollen keinerlei Mitleid für die Gefangenen empfinden. Lim Hye-jin spricht von Gehirnwäsche, um die umfassbaren Grausamkeiten zu erklären.

Ihr zufolge genießen die Wärter in den Lagern Narrenfreiheit. Niemand ziehe sie für ihr menschenverachtendes Handeln zur Rechenschaft. "Sogar wenn ein Wärter ein Kind überfährt, gibt es keine echte Bestrafung", so die Frau mittleren Alters über ihre Erfahrungen in der "Daily Mail". Für die Wachen seien die Gefangenen Tiere, keine Menschen. Frauen würden entblößt und angezündet. "Ein Wärter zerrte zwei Männer und drei Frauen zum Zaun und erschoss sie dort - dann behauptete er, sie hätten versucht zu fliehen", erzählt Lim Hye-jin weiter. Als Belohnung habe er einen Platz an einer Top-Universität bekommen.

Verletzte Gefangene werden im Schnee zum Sterben zurückgelassen

Lim berichtet der „Daily Mail“ von der Enthauptung zweier Brüder, die versucht hatten zu fliehen. Dies geschah, so gesteht sie, unter Augen aller Mithäftlinge. Sie mussten sogar Steine nach den Exekutierten werfen. Verletzte Gefangene werden im Schnee zum Sterben zurückgelassen oder nach Minenunfällen unter der Erde eingeschlossen, damit Gas und Feuer sich nicht weiterverbreiten. Nach Angaben der ehemaligen Wärterin sollen Hunderte nach Tunnelausgrabungen für nukleare Waffentests und deren anschließende Säuberung gestorben sein.

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Die katastrophalen Zustände in den nordkoreanischen Gulags sind schon seit Jahren bekannt. Berichte von ehemaligen Häftlingen lassen einen sprachlos zurück.   Einer von ihnen ist Shin Dong-hyuk. Er kam in einem der Lager zur Welt. Nach seiner Flucht schrieb er ein Buch über seine Erlebnisse.    Seine Familie war inhaftiert worden, weil die Brüder seines Vaters während des von Nordkorea begonnenen Krieges gegen Südkorea in ihrer Not in den verfeindeten Süden flohen. Denn: Nordkoreas erster kommunistischer Diktator, Kim Il Sung, der Großvater des jetzigen Führers Kim Jong Un, hatte 1958 festgelegt: „Klassenfeinde müssen ohne Ansehung der Person bis ins dritte Glied ausgemerzt werden.“

Neugeborene werden lebendig begraben

Auch Shin Dong-hyuk schilderte Unfassbares. Als Neunjähriger musste er mitansehen, wie eine Mitschülerin zu Tode geprügelt wurde, weil sie etwas Getreide in ihrer Tasche versteckt hatte. Er selbst wurde als Jugendlicher sieben Monate in einem unterirdischen Folterkeller gequält, um angebliche Fluchtpläne seiner Mutter und seines Bruders zu verraten. Später musste er deren Hinrichtung mit ansehen.

Ihre Verachtung für die Häftlinge hält die Wärter laut Lim Hye-jin jedoch nicht davon ab, Affären mit den weiblichen Gefangenen einzugehen. Wobei es sich vielmehr um Vergewaltigungen handle, denn die Häftlinge haben nicht das Recht “Nein” zu sagen, so Lim Hye-jin zur „Daily Mail“. Wenn die Frauen dann schwanger werden, werden sie entweder gezwungen abzutreiben, oder durch die Giftspritze getötet. Wenn die Schwangerschaft bereits zu weit fortgeschritten sei, würden die Kinder nach der Geburt totgeprügelt oder einfach lebendig begraben.

All diese Verbrechen werden durch die nordkoreanische Regierung geleugnet. Da das Land weitgehen isoliert ist, ist es schwer, die Vorwürfe zu beweisen, und unmöglich, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Schätzungen zufolge werden derzeit mindestens 150.000 politische Gefangene in Nordkorea dort gequält.

Sie fürchtet, dass sich die Zustände noch verschlechtert haben

Lim Hye-jin ist vor 15 Jahren aus der Diktatur geflohen. Zuvor sei sie selbst kurz inhaftiert gewesen. Als man sie gezwungen habe, sich nackt vor den Wärtern zur Schau zu stellen, sei sie geflohen. Doch sie fürchtet, dass die Zustände sich seit ihrer Flucht noch verschlechtert haben. "Ich fühle mich so betrogen von den Führern, die uns belogen haben", sagte sie der „Daily Mail“. "Uns wurde befohlen, die Gefangenen nicht als Menschen zu sehen." Nun sei sie durch ihre Erlebnisse und eigenen Taten traumatisiert.

Heute lebt sie in Seoul, Südkorea. Obwohl es nur etwas mehr als 50 Kilometer von Nordkorea entfernt liegt, sei das für sie eine ganz andere Welt.

Im Video: Nordkoreaner muss Teile seines Straflager-Berichts widerrufen

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