Kardinal gegen Bettelverbot

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Kardinal gegen Bettelverbot

Beitrag von Admin am Di Aug 12, 2008 3:12 pm

Gegen eine Maßnahme, die schon in Florenz oder Venedig angewandt wird, wendet sich der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden.Vatikan (kath.net/RV) Der „Friedensminister“ des Papstes, Kardinal Renato Raffaele Martino, warnt vor einem Verbot des Bettelns in den Innenstädten Italiens. Im Gespräch mit RV wendet er sich gegen eine Maßnahme, die schon in Florenz oder Venedig angewandt wird und vielleicht bald auch nach Rom kommt.

„Versetzen wir uns doch mal in die Haut derer, die um Almosen bitten. Ich meine damit nicht die Kriminellen, sondern die, die wirklich in Not sind. Wer die aus dem Stadtbild verbannen will, der will nicht die Wirklichkeit, die hinter dem Betteln aufscheint, zur Kenntnis nehmen. Man muß die Armut bekämpfen, nicht die Armen, die ums Überleben kämpfen!“

Der Süditaliener Martino leitet den Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden. Er hat einen hässlichen Verdacht:

„Ich glaube, hinter dem Bettel-Verbot steckt eine Art Egoismus. Wir im Süden sagen: „Wer satt ist, glaubt nicht ans Fasten.“ Wir gucken weg, wir haben genug an uns selbst, die anderen gibt es für uns fast gar nicht...

Dabei sind die Armen auf unseren Straßen oft gar keine Landstreicher – sehr oft sind es Menschen, die mit ihrem Gehalt oder ihrer Rente einfach nicht mehr über die Runden kommen und deswegen an die Solidarität der anderen appellieren müssen. Das ist eine neue Armut, die ein neues Gesicht und neue Ausdrucksformen annimmt.“

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