Franz von Assisi, großer Heiliger...4.10.08.

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Franz von Assisi, großer Heiliger...4.10.08.

Beitrag von Admin am Sa Okt 04, 2008 12:24 pm

Franz (Franziskus) von Assisi

Ordensgründer der Franziskaner
geboren: 1181/1182 in Assisi, Italien
gestorben: 3. Oktober 1226 in Assisi
Patron von Italien (1939); von Assisi; des Bistums Basel; der Katholischen Aktion in Italien (1939); der Franziskaner; der Armen; der Sozialarbeit; des Umweltschutzes; der Kaufleute, Schneider, Tuchhändler, Weber, Flachshändler und Tapetenhändler; gegen Kopfschmerzen; gegen die Pest
Eines der schönsten Worte über Franz von Assisi sprach der berühmte Dante Alighieri, Italiens großer Dichter: "Wie eine Sonne ging er in der Welt auf." Kann man inniger ausdrücken, was dieser "Poverello" aus Umbrien, der "seraphische Heilige", der Menschheit geschenkt hat? Hunderttausende strömen Jahr für Jahr in das mittelalterliche Städtchen Assisi unter dem Monte Subiaso, um ein wenig von dieser Sonne zu spüren, die Leben und Wirken des heiligen Franz umgab. Sie stehen ergriffen in der einzigartig schönen Basilika S. Francesco, mit deren Bau zwei Jahre nach dem Tod des Ordensgründers begonnen wurde, steigen hinunter in die Unterkirche und von dort noch einmal hinab in die Krypta, in der sich das Grab von Franziskus befindet. Was mag in dem Brautpaar vorgehen, das hier im Angesicht des Franziskus-Schreines in der Grabkapelle die Ringe wechselt? Was empfinden die Eltern, die hier ihr neugeborenes Kind taufen lassen?

Franz erblickte um die Jahreswende 1181/82 als Sohn des Kaufmannes Pietro Bernardone und der Französin Johanna Pica in Assisi das Licht der Welt. Noch heute kann man Teile des Bernardone-Hauses und den Raum der Geburt (heute eine Kapelle) besichtigen. Der Taufname des kleinen Franz war eigentlich Giovanni, wegen der Abstammung seiner Mutter wurde er jedoch von Geburt an Francesco (das Französlein) genannt. Während seine Jugendzeit war Franz den weltlichen Genüssen keineswegs abgeneigt, er war ein lebenslustiger, fröhlicher Jüngling. Sein Ziel war eine Karriere als Ritter. Im Jahr 1202 zog er, etwa 20jährig, in den Städtekrieg zwischen Assisi und Perugia.

Eine einjährige Gefangenschaft in den dunklen Verließen von Perugia brachte den Wandel. Franz erkannte, daß es im Leben noch etwas anderes geben mußte als Wohlstand und leibliche Genüsse. Eine Pilgerreise nach Rom bestärkte ihn. Franz war fasziniert von der Verehrung, die man Jesus Christus entgegenbrachte. Doch noch wußte er nicht, wie er sein Leben gestalten sollte.

Im Jahr 1205 dann das entscheidende Ereignis: Wie so oft zuvor betete Franz in dem kleinen, verfallenen Kirchlein S. Damiano unterhalb von Assisi. Plötzlich hörte er, wie Christus vom Kreuz herab zu ihm sprach: "Franz, stelle mein verfallenes Haus wieder her!" Franz nahm diese Aufforderung wörtlich, verkaufte zahlreiche Tuchballen seines Vaters und übergab den Erlös dem Pfarrer von S. Damiano, damit er die Kapelle wieder herrichten konnte. Der wütende Vater Bernardone forderte Franz auf, den Kaufpreis zurückzugeben oder er müsse auf sein Erbe verzichten. Franz gab alles zurück - und verzichtete zusätzlich noch auf das Erbe. Er entledigte sich vor den Augen des Bischofs und einer großen Menschenmenge seiner Kleider. Nackt rannte er aus der Stadt - es war sein Abschied von der Gesellschaft.

Kurz darauf hörte Franz während einer Messe in dem damals noch kleinen Kirchlein S. Maria degli Angeli in einer Ebene unterhalb von Assisi die Worte des Lukas-Evangeliums: "Nehmt weder Beutel noch Tasche mit und keine Schuhe." Und da wußte Franz, daß ihm sein Weg aufgezeigt worden war. Der "Poverello", der Ärmste der Armen, war geboren. Franz legte seine Schuhe ab, zog sich eine braune Kutte an, schnürte sie mit einem Strick und begab sich als Bettler auf Wanderschaft.

Bald schon schlossen sich Franz, der inzwischen von den Einwohnern von Assisi für verrückt erklärt worden war, mehrere gleichgesinnte Gefährten an. Wie die Jünger Jesu zogen sie predigend durch Umbrien. Jeder hatte zuvor Armut geloben müssen. Das Ideal des späteren Bettlerordens zeichnete sich ab.

Im Jahr 1210 zog Franz mit zwölf Gefährten zu Papst Innozenz III. nach Rom und erhielt von ihm die Bestätigung der ersten einfachen Franziskaner-Regel (die später allerdings verlorenging). dies war die Geburtsstunde des Franziskanerordens. Der Zustrom zu Franz und seiner Armutsidee kannte bald keine Grenzen mehr. Um auch Frauen den Zugang zur Gemeinschaft zu öffnen, gründete Klara von Assisi, eine Freundin und treue Gefährtin von Franz, im Jahr 1212 den weiblichen Zwieg der Franziskaner, den Klarissenorden, auch Zweiter Orden genannt.

Der Bettelorden wuchs und wuchs. Von den Benediktinern hatte Franz das Kirchlein S. Maria degli Angeli mit einem Stückchen Land geschenkt bekommen. Er nannte es "Portiuncula" (kleines Teilchen) und errichtete neben der Kirche ein Haus, das zum Stammkloster des Franziskanerordens wurde. Bald schwärmten die Bettelmönche in alle Welt hinaus und kündeten von der neuen Idee, die in Umbrien geboren worden war. Franz selbst reiste 1212 nach Dalmatien und 1213 bis 1215 nach Spanien. Vergeblich versuchte er 1219, während des fünften Kreuzzuges, in der Stadt Damiette den ägyptischen Sultan el Malik el Kamil zu bekehren.

Als der Andrang von Laien, auch von Verheirateten, zu den Franziskanern immer größer wurde, gründete Franz für sie 1221 den sogenannten Dritten Orden, die Terziaren, und öffnete damit einer weiteren Gruppe den Zugang zum Orden der Minderen Brüder, oder, wie er auch genannt wurde, Minoritenorden. Im November 1223 bestätigte Papst Honorius III. die neue, juristisch gefaßte Franziskaner-Ordensregel, genannt "die Endgültige".

Wie nur wenige andere Kirchenpersönlichkeiten nahm Franz von Assisi Einfluß auf Kirche und Gesellschaft des Abendlandes. Der Ordensgründer, den eine unerschöpfliche Liebe zu allen Geschöpfen auszeichnete - er nannte sie "meine Brüder und Schwestern" -, der zu den Tieren predigte und seine Empfindungen in wunderbaren Gedichten und Briefen ausdrückte - man denke nur an den berühmten "Sonnengesang" -, dieser bescheidene, demütige Mann veränderte die Welt. Für sich selbst sah er sein Leben lang nur ein Ziel: Er wollte Christus immer ähnlicher werden. Am 24. September 1224 kam er seinem Herrn näher als je zuvor: Während einer tiefen Ekstase auf dem Berg bei La Verna empfing Franz die Wundmale (Stigmata) Jesu Christi. Es handelte sich dabei um die erste mit Sicherheit bezeugte Stigmatisation überhaupt.

Franz, der aus Bescheidenheit sein ganzes Leben lang Diakon geblieben war und aus Demut die Priesterweihe nicht empfangen wollte, hatte in den letzten Jahren vor seinem Tod schwere körperliche Leiden zu ertragen. Zusätzlich zu Auszehrung und Erschöpfung aufgrund der unermüdlichen, schwerden Missionstätigkeit drohte Franz auch noch zu erblinden; wegen starker Gliederschmerzen konnte er sich oft kaum noch bewegen, außerdem quälten ihn Magen- und Leberschmerzen. Um das Augenleiden zu heilen, brachte man Franz im Sommer 1226 nach Siena in die damals berühmte Medizinische Schule. Doch Franz fühlte in sich bereits eine Todesahnung, die sich seiner immer mehr bemächtigte. Er hatte keinen Lebenswillen mehr, wollte sich nicht mehr helfen lassen. Noch in Siena diktierte er seinem Nachfolger als Ordensgeneral, dem treuen Bruder Elias, sein Testament.

Auf einer Bahre brachten schwerbewaffnete Soldaten den Heiligen - das war er für das Volk schon lange geworden - in seine geliebte Portiuncula zurück, dorthin, wo einst alles begonnen hatte. Die scharfe Bewachung war notwendig, weil überall am Weg Räuber darauf warteten, sich der "kostbarsten Reliquie Italiens" zu bemächtigen. Reliquienraub gehörte zu jener Zeit in Italien zu den gebräuchlichen Vergehen. Es war kein ruhiger Tod, den Franz sterben durfte.

In der Portiuncula legte man Franz, wie er es gewünscht hatte, auf den Boden der Hütte, die eigentlich immer sein richtiges Zuhause gewesen war. Im Angesicht des Todes diktierte er noch ein paar Zeilen für seine Ordensgefährtin Klara. Seinen Brüdern sagte er, was mit seinem Leichnam geschehen sollte. In der Nacht dieses 3. Oktober 1226 schloß Franz von Assisi für immer die Augen. Erst am folgenden Tag entdeckte man die Wundmale an seinem ausgemergelten Körper.

Nicht einmal zwei Jahre nach seinem Tod erfolgte am 26. Juli 1228 die Heiligsprechung von Franz durch Gregor IX. Am Tag zuvor hatte der Papst den Grundstein zur Basilika S. Francesco gelegt, einem prächtigen Gotteshaus für die Beisetzung der Gebeine des Heiligen. Als 1230 die Unterkirche der Basilika fertiggestellt war, ließ Bruder Elias dort den Leichnam des Ordensgründers an einem geheimen Ort beisetzen, wieder aus Angst vor Reliquienräubern. Erst Jahrhunderte später, nach mehreren vergeblichen Grabungen, fand man 1818 die unterirdische Krypta mit den Gebeinen des Heiligen und schuf dann das beeindruckende Grabmal, das bis zum heutigen Tag von Hunderttausenden von Pilgern besucht wird.

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