Medizinische Versorgung wird schlechter

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Medizinische Versorgung wird schlechter

Beitrag von Admin am Di Mai 27, 2008 7:30 pm

Medizinische Versorgung wird schlechterGrund dafür sei die strikte Ausgabenbegrenzung. Das sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe der Zeitung "Welt". "Das heißt, eine Form von Rationierung medizinischer Leistung ist unumgänglich." Die Ärzte hätten die heimliche Rationierung, die es seit Jahren gebe, bisher versucht, zu kompensieren. "Inzwischen ist klar, dass es Rationierung in jedem Land der Welt gibt, eben auch bei uns in Deutschland." Hoppe forderte, diese Rationierung solle "transparent" sein und nicht vom behandelnden Arzt getroffen werden müssen. "Die Ärzte müssen endlich aus der Rolle entlassen werden, dass sie es sind, die den Patienten sagen müssen, wenn sie bestimmte Behandlungen nicht mehr bekommen."
Mehrzahlungen für Patienten?
Stattdessen solle ein Gremium geschaffen werden, in dem Ärzte mit Juristen, Ökonomen und Ethikern beraten. "Dieser Rat soll der Politik Empfehlungen geben, welche Prioritäten es bei der medizinischen Versorgung geben soll." Hoppe verwies auf Schweden, wo bereits eine politisch verantwortete Priorisierung existiere. "Dort ist es so, dass zuerst eingegriffen wird, wo die Not am größten ist, also beispielsweise bei Tumoren oder bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen." Alles andere werde nachrangig finanziert. "Bestimmte Behandlungen müssen Patienten dann selbst bezahlen, natürlich sozial abgefedert. Das gilt vor allem für den Wellnessbereich." Dazu könnten bestimmte Kuren gehören.
Dieses Thema steht auch im Fokus des von Dienstag bis Freitag dauernden Ärztetags. Im von der Bundesärztekammer verfassten "Ulmer Papier" ist Ausgangspunkt die These, dass staatliche Gängelung und Sparzwänge es für die Ärzte immer schwerer machen, Patienten gut zu versorgen. Nun gehe es darum, "patientenfeindliche Fehlentwicklungen zu korrigieren".
Alzheimer-Abgabe von Industrie?
Hoppe forderte ausserdem, die gesetzliche Krankenversicherung von Lasten zu befreien, die ihr nicht zugeordnet werden könnten. Dazu gehörten versicherungsfremde Leistungen wie die beitragsfreie Mitversicherung von Ehegatten. "Wenn man hier kräftig aufräumen würde, stünden pro Jahr mindestens vier Milliarden Euro mehr zur Verfügung." In der "Rheinischen Post" verlangte der Präsident der Ärzte eine "Alzheimer-Abgabe" für Demenzkranke. Er wies darauf hin, dass Demenzkranke aus Kostengründen nicht die nötige Medizin bekämen.
"Der Staat sollte die Pharma-Hersteller verpflichten, von jeder verkauften Arznei-Packung 50 Cent an die Kassen abzuführen. Durch eine solche Alzheimer-Abgabe könnten einige Milliarden Euro zusammenkommen", sagte Hoppe. Das Geld aus der Abgabe müsste zur Erforschung besserer Medikamente eingesetzt werden. Derzeit gibt es in Deutschland eine Million Demenzkranke. Bis 2040 werden es zwei bis drei Millionen sein. "Schon jetzt verursacht die einfache Behandlung dementer Menschen jährlich Kosten von 5,6 Milliarden Euro", sagte Hoppe.

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