Das Märchen vom Priestermangel...niemand wird zum Zölibat gezwungen....

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Das Märchen vom Priestermangel...niemand wird zum Zölibat gezwungen....

Beitrag von Admin am Mo März 23, 2009 1:18 pm

In Kamerun sind im Priesterseminar von Yaoundé derzeit 200 Seminaristen - Jedes Jahr müssen 120 Studenten abgelehnt werden, weil das Geld fehlt


Kamerun (kath.net/Missio)
Priestermangel in der Weltkirche? Für die Menschen in Afrika offensichtlich ein Fremdwort. Während beispielsweise in der Diözese Linz das Priesterseminar in den letzten 20 Jahren von etwa 40 Seminaristen auf aktuell 7 Seminaristen runtergewirtschaftet wurde und man in absehbarer Zeit bald den "Letzten Seminaristen" feiern wird können, ist in Kamerun - ähnlich wie anderen afrikanischen Ländern - genau das Gegenteil der Fall. Im Priesterseminar von Yaoundé sind derzeit 200 Seminaristen. In ganz Kamerun müssen jährlich 120 Studenten, die gerne Priester werden möchten, von den Bischöfen abgewiesen werden, weil sie kein Geld für ihre Ausbildung haben

Lesen Sie dazu den Blog von Andreas Thonhauser von "Missio Österreich":

Heute war ich um 6:30 Uhr in der Früh in der Basilika von Yaoundé, in der auch Papst Benedikt XVI. die Heilige Messe gefeiert hat. Die Kirche war trotz der Uhrzeit bis auf den letzten Platz gefüllt, dabei war das die erste von drei Sonntags-Messen... Auch wenn ich von der 1-stündigen (!) Predigt auf Ewondo nichts verstanden habe, war ich sehr berührt von der wunderschönen Gestlatung der Messe und vor allem der traditionellen afrikanischen Musik.
Viele der Messbesucher erschienen in den cremefarbenen Tüchern mit dem aufgedrucktem Wappen des Papstes, das während des ganzen Besuches von Benedikt XVI. das Straßenbild geprägt hat. Der Stolz der Kamerunesen, dass der Papst abermals ihr Land besucht hat, war stark zu spüren.

Das hat auch mein gestriger Besuch im Priesterseminar von Yaoundé bestätigt. Dort traf ich auf 70 der insgesamt 200 Seminaristen. Diese Studenten machen gerade den 2. Abschnitt in Theologie und waren genau die Studenten, die für den Papst bei der großen Heiligen Messe im Stadion gesungen haben. Viele haben voller Stolz über dieses für sie einzigartige Erlebnis erzählt. Eine ihrer Professoren, der in Bonn studierte und sehr gut deutsch spricht, unterhielt sich kurz mit dem Heiligen Vater, weil sie dieselben Professoren kennen.

Dieses Seminar wird übrigens von Missio unterstützt. Vor Ort konnte ich mich davon überzeugen, dass sie diese Unterstützung wirklich bitter benötigen. In ganz Kamerun müssen jährlich 120 Studenten, die gerne Priester werden möchten, von den Bischöfen abgewiesen werden, weil sie kein Geld für ihre Ausbildung haben. So viel zum "Thema" Priestermangel... Der Rektor des Seminars in Yaoundé züchtet Hühner und will jetzt auch noch Schweine züchten, damit er seine Studenten ernähren kann.

Einhellig war übrigens die Verwunderung über die mediale Reaktion in Europa zum Papstbesuch in Afrika. Vor allem französische und deutschsprachige Inernet-Medien werden hier viel gelesen. Für die Menschen hier ist völlig unverständlich, warum kaum über den Besuch des Papstes und die große Bedeutung dieses Besuchs für Afrika berichtet wird, sondern nur "über Kondome".
Heute bin ich vier Stunden lang mit dem Auto nach Kribi an die Küste gereist. Vor 8 Monaten wurde hier eine neue Diözese errichtet. Es ist wirklich interessant, die Entstehung einer völlig neuen Diözese zu "beobachten". Der Bischof muss hier einfach alles ganz neu aufbauen.

www.missio.at


Zuletzt von Admin am Do Apr 09, 2009 6:51 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Niemand wird zum Zölibat gezwungen

Beitrag von Admin am Do Apr 09, 2009 6:50 pm

Kardinal Schönborn verteidigt den Zölibat: Wer diesen Weg der Nachfolge Jesu wählt, weiß, worauf er oder sie verzichtet. Die Zeit der Prüfung vor der endgültigen Bindung an diese Lebensform ist ausreichend lange.


Wien (www.kath.net)
In der Gratiszeitung „Heute“ (Ausgabe vom 27. März) äußert sich Kardinal Schönborn zum Thema „Zölibat“. Kath.Net dokumentiert den „Heute“-Text von Kardinal Schönborn im Wortlaut:

„Der Generalverdacht gegen Priester und Ordensleute, sie hielten ihre Versprechen nicht, ist ungerecht“. 90 Prozent der Österreicher sollen für die Abschaffung des Zölibats sein, so das Ergebnis einer Umfrage, von der alle Medien berichten. 72 Prozent sind „voll und ganz dafür“, dass Priestern das Heiraten erlaubt sein soll. Der Großteil der Befragten kann damit leben, dass der Pfarrer „eine Frau bzw. Freundin“ haben darf. Wer aber stellt die Frage: Ist das auch im Sinn Jesu? Oder ist das nur Anpassung an den Zeitgeist?
Dazu einige Bemerkungen. Niemand wird zum Zölibat gezwungen. Denn niemand wird gezwungen, Priester zu werden, oder Ordensmann, oder Ordensfrau. Wer diesen Weg der Nachfolge Jesu wählt, weiß, worauf er oder sie verzichtet. Die Zeit der Prüfung vor der endgültigen Bindung an diese Lebensform ist ausreichend lange. Ihr ein Leben lang treu zu bleiben, ist nicht leicht. Auch die lebenslange eheliche Treue ist mit manchen Opfern verbunden. Aber Treue ist ein hoher Wert. Wie viel Leid wird heute durch Untreue gegenüber einmal gegebenen Versprechen verursacht! Soll die Ehe abgeschafft werden, weil die eheliche Treue oft nicht durchgehalten wird? Gilt es nicht, Untreue zu bereuen und zum gegebenen Versprechen zurückzukehren?

Der Generalverdacht gegen Priester und Ordensleute, sie hielten ihre Versprechen nicht, ist ungerecht. Gibt es in unserer Gesellschaft nicht viele Menschen, die durch ihre Lebensumstände genötigt sind, ohne Partnerschaft, ohne sexuelle Beziehung zu leben? Sind sie deswegen krank, unglaubwürdig, nicht normal? Wie viele von ihnen leben ihren „Zölibat“ in guter Weise, hilfsbereit, offen für die Nöte anderer? Ich bin überzeugt: Es ist auch für Priester möglich. Und sinnvoll.


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