Schule verbannt bauchfreie T-Shirts

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Schule verbannt bauchfreie T-Shirts

Beitrag von Admin am Mi Mai 28, 2008 12:54 pm

Schule verbannt bauchfreie T-Shirts
Tiefe Dekolletees, bauchfreie Tops, kurze Röcke - das alles ist an einer niedersächsischen Schule jetzt tabu. Die Schulleiterin hat für eine neue Kleiderordnung gesorgt, weil sie durch zu viel nackte Haut "die Lernsituation beeinträchtigt" sieht.

DPA
Haut zeigen: In der Disco erlaubt, in der Schule nicht
Sehnde - Nach dem Willen einer niedersächsischen Gesamtschule sollen die Schüler künftig auf allzu luftige Kleidung verzichten. In einem Brief an Schüler und Eltern forderte die Schulleiterin der Kooperativen Gesamtschule aus Sehnde bei Hannover, auf eine "angemessene Kleidung" der Kinder zu achten.

"Wir möchten nicht, dass Mädchen oder Jungen während der Schulzeit mit Strand- oder Discobekleidung auftreten", erklärte Direktorin Helga Akkermann in dem Brief. Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet, hieß es zur Begründung: "Wir sind der Auffassung, dass dies die Lernsituation beeinträchtigt." Deshalb seien bauch- und rückenfreie T-Shirts oder sehr kurze Röcke und Shorts in der Schule nicht angebracht.

Schuluniform als Alternative

"Durch die Hitze sind einige Schüler sehr offenherzig bekleidet zur Schule gekommen, mit Kleidung, die an allen Ecken zu kurz war", sagte Akkermann. Nun ist ein Streit um den bauchfreien Nabel ausgebrochen: Die meisten Schüler der Gesamtschule seien gegen die neue Kleiderordnung, berichtet die Zeitung. Auch einige Eltern protestierten.


DDP
Schuluniform (an einer Schule in Wiesbaden): Bei Schülern nicht gefragt
"Was ein Schüler anzieht, ist seine eigene Sache", kommentierte ein Sprecher des niedersächsischen Kultusministeriums die neue Kleiderordnung in Sehnde. Wenn Eltern, Schüler und Lehrer sich einig seien, könnten aber auch Bekleidungsregeln eingeführt werden. Als Beispiel nannte er die Haupt- und Realschule im Hamburger Stadtteil Sinstorf, an der die Schüler seit drei Jahren einheitliche Pullover und T-Shirts tragen.

Nach Auffassung der Bezirksregierung kann sich eine Schulleitung durchaus in einem Brief an die Eltern wenden. Das sei aber "erst mal nur ein Appell und keine bindende Verpflichtung", erklärte Sprecherin Cornelia Zügge. Bei festen Regeln sei allerdings ein Beschluss der Gesamtkonferenz erforderlich, in der Lehrer, Eltern und Schüler sitzen - und in Sehnde hat die Gesamtkonferenz dazu bisher noch nicht getagt. Cornelia Zügge sieht den Kleidungsstreit als klassischen Generationskonflikt: "Wir hatten früher zerrissene Jeans an, das hat unseren Eltern auch nicht gefallen."

Die Schulbehörden sehen die Kleiderfrage in der Regel ohnehin locker und moderne Kleidung als normalen Teil der Jugendkultur. Nur selten verschärfen Schulen ihre Schulordnung um einen Passus, der "übertrieben freizügige Bekleidung" verbietet - so etwa vor eineinhalb Jahren eine Schule in Friedland: In der mecklenburgischen Kleinstadt war eine 13-Jährige in bauchfreier Aufgmachung zum Unterricht erschienen und prompt wieder nach Hause geschickt. Die Mutter meldete ihre Tochter daraufhin an einer anderen Schule an, und die Schulkonferenz korrigierte die Hausordnung und strich den umstrittenen Passus.

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