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Pater Josef Kentenich: In den Akten bisher "keine einzige Spur von sexuellem Missbrauch"

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Pater Josef Kentenich: In den Akten bisher "keine einzige Spur von sexuellem Missbrauch" Empty Pater Josef Kentenich: In den Akten bisher "keine einzige Spur von sexuellem Missbrauch"

Beitrag von traudel Fr Jul 17, 2020 3:54 pm

Pater Josef Kentenich: In den Akten bisher "keine einzige Spur von sexuellem Missbrauch"

Pater Josef Kentenich: In den Akten bisher "keine einzige Spur von sexuellem Missbrauch" 810

Eine Statue von Pater Josef Kentenich in Koblenz. Der Pallottiner war Gründer der Schönstatt-Bewegung.
Foto: Wikimedia / CC BY-SA 3.0 de

Von Rudolf Gehrig

VALLENDAR , 16 July, 2020 / 4:37 PM (CNA Deutsch).-
Der ehemalige Postulator des Seligsprechungsverfahrens, Pater Angel Strada, hat in einem Interview auf der deutschen Homepage der Schönstatt-Bewegung berichtet, dass Pater Josef Kentenich nie offiziell rehabilitiert worden sei. Gleichzeitig betont er jedoch auch, dass ein solches Aufhebungsdekret bei verhängten Sanktionen generell nicht unbedingt üblich sei.

Dabei geht es um einerseits Vorwürfe spirituellen Missbrauchs, andererseits auch Anschuldigungen sexualisierter Gewalt.

Kritiker zufolge hätte der Seligsprechungsprozess für den Gründer der Schönstatt-Bewegung nicht beginnen dürfen, da der Vatikan Kentenich nach mehreren Visitationen zunächst von seinem Werk trennte und ihn anschließend vorübergehend ins Exil in die USA schickte.

Vor zwei Wochen hatte eine Historikerin erneut eine Debatte um das Leben des Schönstatt-Gründers entfacht, indem sie Vatikan-Dokumente zitierte, die Pater Josef Kentenich des Missbrauchs verdächtigten. Repräsentanten des Schönstatt-Werkes haben die Vorwürfe - es geht sowohl um spirituelles Fehlverhalten bis hin zu Machtmissbrauch, aber auch um Fälle von sexueller Gewalt gegen Mitglieder der Schönstätter Marienschwestern - bislang kategorisch zurückgewiesen (CNA Deutsch hat berichtet).

Pater Angel Strada hat nun in einem Interview betont, dass es in den bisher gesichteten Akten "keine einzige Spur" gebe, "die auf einen Fall von sexuellem Missbrauch hindeuten würde".

Strada war der ehemalige Postulator des 1975 begonnenen Seligsprechungsprozesses und wird auf der Homepage von "www.schoenstatt.org" von der dortigen Administratorin Maria Fischer in einem älteren Beitrag als Mann gewürdigt, "der Pater Kentenich sicher am besten kennt".

"Wenn man einen Kommentar von Pater Kentenich zu diesem oder jenem Thema sucht und Pater Angel es nicht weiß, dann gibt es den nicht", schreibt Fischer 2017 zum 80. Geburtstag Stradas. "So einfach. Wer alles lesen musste, was Pater Kentenich geschrieben und gesagt hat, kennt ihn in Weite und Tiefe."

Strada: Missbrauchsvorwürfe nicht belegt
Auf der deutschen Homepage "www.schoenstatt.de" ist am 14. Juli das Interview mit Pater Angel Strada erschienen. Dort hält er fest:

"Wenn es in den Dokumenten des bisherigen Geheimarchivs in Rom überzeugende Zeugnisse gibt, die einen Missbrauch klar beweisen, dann muss die Kirche entscheiden, den Seligsprechungsprozess zu beenden. Das wird dann unsere vollständige Unterstützung finden."

Die bisherige Aktenlage gebe dies jedoch nicht her, so Strada. Was man finde, seien "Aussagen von wenigen Schwestern, die sich von Pater Kentenich hart, ungerecht oder unverstanden behandelt fühlten". Diese Aussagen müssten zwar ernst genommen werden, "aber in einer Gemeinschaft von damals 1.500 Mitgliedern kann man ja auch nicht erwarten, dass alle mit allem einverstanden sind und sich verstanden fühlen", so der Priester wörtlich.

Auf die Frage, wie Pater Kentenich erfahren habe, dass er in die Verbannung muss und was die Begründung war, antwortet Strada, dass es verschiedene Dekrete vom Visitator – Pater Sebastian Tromp SJ, im Auftrag des Heiligen Offiziums - so die damalige Bezeichnung der Glaubenskongregation - und vom Generalsuperior der Pallottiner gegeben habe, die alle einen unterschiedlichen Inhalt hätten. Schon nach der damaligen Meinung des Heiligen Offiziums seien "einige Entwicklungen in Schönstatt zu korrigieren". Strada wörtlich:

"Sie sagten, das ist nicht möglich, wenn Kentenich da ist, denn er sei 'unbelehrbar'. Weiter wird in einem Dokument die Behauptung einiger Bischöfe aufgegriffen, Pater Kentenich habe einen 'Dachschaden' erlitten, als er im KZ Dachau gewesen sei. In dem verlangten psychologischen Gutachten attestierte der Arzt sinngemäß: Eine Person, die aus dem KZ zurückkommt mit solcher Arbeitskraft, mit solchem Geist, mit einer derartigen Motivation, ist vollkommen normal."

Keine offizielle Rehabilitierung
Dass es kein offizielles Schriftstück gebe, in dem der Schönstatt-Gründer rehabilitiert wird, ist nach Stradas Ansicht nicht ungewöhnlich. Die Praxis, solche Dokumente zu erstellen, gebe es nicht. Strada führt das Beispiel an, dass der Theologe Henri de Lubac SJ nach den Sanktionen gegen ihn damals ebenfalls kein Aufhebungsdokument erhielt, sondern seine Rehabilitierung der Tatsache entnahm, dass er später zum Konzilstheologen ernannt wurde.

Deshalb könne man auch darauf schließen, dass Kentenich vom Vatikan rehabilitiert sei, so Strada weiter. Als Kentenich nach Rom zurückgekehrt sei, habe er mit Wissen des Heiligen Offiziums "alle Sachen" gemacht, die ihm vorher verboten waren: Zum Beispiel habe er wieder die geistliche Leitung der Marienschwestern und der Schönstatt-Bewegung übernommen. Auch der Papst habe ihn am 22. Dezember 1965 zur Audienz empfangen.

Schließlich habe auch der damalige Präfekt des Heiligen Offiziums, Kardinal Alfredo Ottaviani, nach Kentenichs Tod im Dezember 1971 eine 12-seitige Schrift unter dem Titel "Erinnerungen an Pater Kentenich" veröffentlicht und "sich entschuldigt, was Pater Kentenich angetan worden ist".

Insgesamt habe man für den Seligsprechungsprozess 8.000 Dokumente geprüft, beteuert Strada. Ob es nach der Öffnung der Archive aus der Zeit von Papst Pius XII. neue Erkenntnisse geben wird, bezweifelt er:

"Wir haben mit gutem Willen und viel Arbeit bei 120 zivilen und kirchlichen Archiven in Deutschland und im Ausland nach Dokumenten geforscht. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass es noch weitere Dokumente gibt. Jetzt, da die Dokumente in Rom freigegeben sind zur Einsicht, habe ich die Hoffnung, dass wir auch diese Dokumente bald einsehen können, und nicht nur die bis 1958, sondern auch die nächsten 10 Jahre noch bis 1968, bis zum Tod des Gründers."

Wie die Historikerin Alexandra von Teuffenbach in einem Beitrag für die katholische Wochenzeitung "Die Tagespost" erklärte, habe sie in den bisher erst kürzlich geöffneten Archiven aus der Zeit von Papst Pius XII. Dokumente gesichtet, in denen Mitglieder der Schönstätter Marienschwestern von Missbrauchserfahrungen durch Pater Josef Kentenich berichten. Neben "eines hochgradig manipulativen, die Schwestern in ihrer Gewissensfreiheit planmäßig behindernden" Verhalten des Gründers – bis hin zu erzwungenem Beichtverhalten und Hörigkeitsritualen – soll es ihr zufolge auch zu mindestens einem dokumentierten Fall von sexuellen Missbrauch gekommen sein.

Weshalb dennoch 1975 der Seligsprechunsprozess eröffnet wurde, liegt nach Ansicht des ehemaligen Postulators Pater Angel Strada auch an einer scheinbaren Unbedenklichkeitserklärung des vatikanischen Staatssekretariats an den Bischof von Münster, Heinrich Tenhumberg. In einem Brief soll es heißen:

"Nach eingehender Prüfung Ihrer Anfrage durch die zuständigen päpstlichen Behörden darf ich Sie darauf hinweisen, dass der Bischof von Trier als der zuständige Ortsbischof nach Maßgabe des kanonischen Rechtes von seiner Vollmacht gebrauch machen und den Informativprozess durchführen kann, wenn er die Voraussetzungen dazu gegeben sieht."

Daraufhin habe es in den darauffolgenden Jahren "Zuständigkeitsdiskussionen" zwischen verschiedenen vatikanischen Behörden gegeben, so Strada. Er berichtet:

"Am 11. Januar 1991 erhält der Trierer Bischof, Dr. Hermann Josef Spital, der erneut nach dem Nihil Obstat fragt, von der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse den Bescheid: 'Nach erneuter Untersuchung, wollen wir Ihre Exzellenz informieren, dass der Heilige Stuhl keinen Grund sieht, warum der Seligsprechungsprozess des Dieners Gottes Josef Kentenich, nicht eröffnet werden kann'."

Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe
Um die Vorwürfe gegen den Gründer der Schönstatt-Bewegung aufzuarbeiten, hat der zuständige Bischof von Trier, Stephan Ackermann, jüngst die Gründung einer Historiker-Kommission angekündigt. Schönstatt streitet die Vorwürfe weiterhin ab, hat aber angekündigt, bei der Aufarbeitung mitzuhelfen.

"Am Ende ihrer Arbeit wird die Kommission – unter Einbeziehung des Ergebnisses der vorausgegangenen Kommission – einen Bericht erstellen, in dem auch eine Aussage gemacht wird über die Persönlichkeit und die Spiritualität von P. Josef Kentenich, so wie sie sich in den gesammelten Dokumenten darstellen", so das Bistum Trier.

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CNA Deutsch
@CNAdeutsch
"Wir weisen den Vorwurf, Josef Kentenich habe sich des sexuellen Missbrauchs an Mitgliedern des Instituts der Schönstätter Marienschwestern schuldig gemacht, mit Entschiedenheit zurück"

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4:02 nachm. · 3. Juli 2020

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traudel

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Pater Josef Kentenich: In den Akten bisher "keine einzige Spur von sexuellem Missbrauch" Empty Seinen Anfang hatte die Schönstatt-Bewegung in der Nähe von Koblenz in Vallendar. Dort steht heute noch das sogenannte "Urheiligtum".

Beitrag von traudel Fr Jul 17, 2020 4:00 pm

Dokumentiert: Stellungnahme der Schönstatt-Bewegung zu Vorwürfen gegen Gründer

Pater Josef Kentenich: In den Akten bisher "keine einzige Spur von sexuellem Missbrauch" 810

Seinen Anfang hatte die Schönstatt-Bewegung in der Nähe von Koblenz in Vallendar. Dort steht heute noch das sogenannte "Urheiligtum".
Foto: Wikimedia / CC BY 3.0

Von CNA Deutsch/EWTN News
02 July, 2020 / 8:42 PM
CNA Deutsch dokumentiert den vollen Wortlaut der am 2. Juli 2020 veröffentlichten Stellungnahme von Pater Juan Pablo Catoggio, Vorsitzender des Generalpräsidiums der Schönstatt-Bewegung zu den Missbrauchsvorwürfen gegen Pater Josef Kentenich.

Generalpräsidium des Internationalen Schönstattwerkes
Stellungnahme zu Missbrauchsvorwürfen gegen P. Josef Kentenich
Anlass zu dieser Stellungnahme sind Anschuldigungen gegen den Gründer des Schönstattwerkes P. Josef Kentenich, zunächst in einem Artikel von Alexandra von Teuffenbach in der Wochenzeitung "Die Tagespost" vom 2. Juli 2020 und in darauf folgenden Pressemeldungen weltweit.



Die darin enthaltenen, angeblich "noch nicht ausgewerteten" Informationen sind uns nicht neu; sie wurden vollumfänglich in die Dokumentation über den Schönstatt-Gründer im Zusammenhang mit der zeitweiligen Trennung von seinem Werk (1951-1965) einbezogen und werden von den kirchlichen Stellen im Rahmen des Seligsprechungsverfahrens für Kentenich gründlich studiert.

Alexandra von Teuffenbach, Kirchenhistorikerin, die u.a. das Konzilstagebuch von P. Sebastian Tromp SJ herausgegeben hat, meldet sich in der "Tagespost" mit einer angeblich sensationellen Nachricht zu Wort: Aufgrund ihrer Recherchen in vatikanischen Archiven, die nun für die Amtszeit Papst Pius XII. freigegeben sind, will sie aufdecken, "warum Pater Josef Kentenich die von ihm gegründete Gemeinschaft Schönstatt verlassen musste". Kurz gesagt: "Machtmissbrauch" und "sexueller Missbrauch". Man erfährt in dem Artikel, dass die "wahren Gründe für die Exilierung Kentenichs" bisher nicht genannt worden seien, dass aber "die nun freigegeben Akten die Sachlage klären können".

Die beiden Visitationen im Institut der Schönstätter Marienschwestern (1949 durch den damaligen Weihbischof Bernhard Stein von Trier und 1951-1953 durch den vom "Heiligen Offizium" beauftragten Jesuiten P. Sebastian Tromp SJ) werden ganz aus der Sicht der Visitatoren, besonders des Apostolischen Visitators Tromp, beleuchtet. Dabei entsteht ein Bild der Marienschwestern, dessen Palette von extremer Unselbstständigkeit, Urteils- und Entscheidungsunfähigkeit bis zu kindischer Abhängigkeit und sklavischer Unterwürfigkeit unter einen alles beherrschenden Gründer reicht.

Es erstaunt, dass die Autorin sich – gestützt auf Dokumente (oder Privatnotizen?) von P. Tromp – dessen Sicht auf die Gemeinschaft und ihre Mitglieder ganz zu eigen macht. Aus dieser Perspektive interpretiert sie alle weiteren Aktenstücke, z.B. auch die Briefe einiger Schwestern an Papst Pius XII. zur Verteidigung des im Exil lebenden Gründers, allesamt negativ als "Beleg für eine krankhafte Beziehung zum Gründer". Man kann diese Briefe auch als Zeichen für den Mut verstehen, mit dem sich einige gar nicht so schwache Frauen gegen Maßnahmen der Kirche eingesetzt haben, die in ihren Augen dem Gründer und der gesamten Apostolischen Bewegung von Schönstatt Unrecht getan haben. Auch die Vertreter anderer Gemeinschaften Schönstatts haben sich in jenen Jahren mit ähnlichen Briefen an den Papst gewandt. Was die Autorin nicht erwähnt, ist die Loyalität Schönstatts zur Kirche; in den mehr als 14 Jahren seines Exils haben weder J. Kentenich noch die Mitglieder Schönstatts die Prüfung durch die Kirche zum Thema einer kritischen Pressemeldung gemacht.

Es erstaunt weiterhin, dass Tromp als Frauenversteher und -befreier, als Verteidiger der Meinungs- und Gewissensfreiheit geehrt wird, weil er einige (wenige) kritische Stimmen angehört hat (was zu seiner Aufgabe gehörte) und ihnen Glauben schenkte – ohne offene Rücksprache mit dem Gründer selbst. Die Mitglieder des Instituts, die Tromp in der Zeit seiner Visitation zu Gesprächen empfing, erlebten ihn nicht als Befreier, sondern litten unter seinem repressiven Fragestil, seinen (auch anderwärts bekannten) Temperamentsausbrüchen und Einschüchterungsversuchen, der Androhung und Verhängung von kirchlichen Strafen und dem extrem negativen Urteil über Gründer und Gemeinschaft.

Dass die Schwestern "gezwungen (wurden), beim Gründer zu beichten", kann durch anderweitige Zeugnisse widerlegt werden. Dazu kommt, dass J. Kentenich sich zur damaligen Zeit fast kontinuierlich auf Auslandsreisen befand - nicht zuletzt, um die Leitungen seiner Gemeinschaften selbstständig zu machen. Wie bei solcher Dauer-Abwesenheit ein Beichtzwang greifen sollte, bleibt rätselhaft.

Die massivste Anklage besteht darin, dass P. Kentenich seine Gründerautorität als "Vater" gegenüber den Schwestern missbraucht und sexuelle Dienstleistungen von ihnen eingefordert habe.

Hier werden die Aussagen sehr pauschal. Es wird zuerst von "einer" Schwester gesprochen, die sich "dagegen" (wogegen?) gewehrt habe. Dann erscheinen ein paar Absätze weiter "sechs bis acht andere, die ebenfalls geschrieben haben" (was?). Schließlich kommt irgendwann im Text die Behauptung, "der zunächst abgestrittene sexuelle Missbrauch wurde später damit erklärt, Kentenich hätte doch nur die sexuellen Spannungen der Schwestern durch die ‚tiefenpsychologische Methode‘ lösen wollen." Fakt ist: Gerade von einer solchen Deutung distanzierte sich P. Kentenich selbst mit Nachdruck.

Vage Aussagen, gepaart mit der forschen Behauptung eines sexuellen Missbrauchs zeugen nicht von einer sachlich angemessenen Auseinandersetzung mit den Akten. Pauschale Behauptungen mit wertenden Attributen spielen lediglich auf der Klaviatur der aktuellen Missbrauchsdebatte, ohne "die ganze Geschichte" zu kennen und zu vermitteln.

Dass es Anklagen aus den Reihen der Marienschwestern gab, ist uns nicht neu. P. Kentenich selbst hat nach Bekanntwerden einer Anklage auch seinem Vorgesetzten eingehend Rechenschaft über sein Tun abgelegt. Von einem sexuellen Missbrauch war aber in diesem Kontext weder wörtlich noch inhaltlich die Rede. Auch im römischen Verfahren der Trennung P. Kentenichs von seiner Gründung wurde die Anklage eines sexuellen Missbrauchs nicht erhoben. Die Autorin des Artikels argumentiert dazu: "Die römische Kongregation stellte die Schwestern nicht bloß und benutzte den Bericht der Schwester nicht in den Begründungen" (für die Exilierung). Diese Deutung erscheint bemüht. Sie soll wohl die These vom sexuellen Missbrauch doch noch irgendwie rechtfertigen. Das "Heilige Offizium" war auch zu jener Zeit bekanntermaßen nicht gerade zurückhaltend, wenn Vorwürfe von Missbrauch erhoben wurden. Weshalb die oberste Kirchenbehörde P. Kentenich oder seine Gründung schonen sollte, erklärt Frau von Teuffenbach nicht. Wiederholt wurde dagegen in Rom konstatiert: Bei der Trennung P. Kentenichs von seinem Werk handelt es sich nicht um eine Strafmaßnahme, sondern um eine administrative Verfügung, d.h. um eine auf dem Verwaltungsweg erlassene Maßnahme zur weiteren Prüfung.

Wir weisen den Vorwurf, Josef Kentenich habe sich des sexuellen Missbrauchs an Mitgliedern des Instituts der Schönstätter Marienschwestern schuldig gemacht, mit Entschiedenheit zurück. Sein Verhalten anderen Personen - besonders Frauen - gegenüber, war immer von ausgesprochener Ehrfurcht und Wertschätzung bestimmt sowie vom Prinzip körperlicher Unberührtheit, das er auch seinen Gemeinschaften einprägte.

P. Kentenich hat dem Visitator und seinen Vorgesetzten auf den Vorwurf des Machtmissbrauchs ausführlich geantwortet und sein Denken, seine Prinzipien und sein Verhalten offengelegt.

Josef Kentenich wurde 1965 bzw. 1966 nach einem 14jährigen Exil die Rückkehr nach Schönstatt erlaubt. Die Dekrete, die ihn von seiner Gründung trennten, wurden aufgehoben, die Causa des Gründers an die damalige Religiosenkongregation zurückgegeben. Damit konnte er wieder seine Gründerstellung im Schönstattwerk einnehmen. Faktisch ist damit auch der Vorwurf des Machtmissbrauchs entkräftet.

Bevor ein Seligsprechungsverfahren eröffnet wird, muss die Glaubenskongregation jeweils aufgrund der Aktenlage in ihrem Archiv ein sogenanntes "Nihil obstat" (eine Unbedenklichkeitserklärung) abgeben. Wenn ein begründeter Verdacht auf moralisches Fehlverhalten des Kandidaten für die Seligsprechung besteht, gibt die Glaubenskongregation kein grünes Licht für den Beginn eines Verfahrens. Im Fall des Schönstattgründers Josef Kentenich wurde das "Nihil obstat" erteilt.

In die Akten des Seligsprechungsverfahrens geht die gesamte Dokumentation aus der Zeit der Visitation und des Exils ein. Damit sind auch alle kritischen Stimmen und Anklagen Gegenstand des gründlichen Studiums und einer ernsthaften Abwägung aller Fakten in einem angemessenen historischen und spirituellen Kontext. Das letzte Urteil in diesem Verfahren kommt der Kirche zu.

Im Namen des Generalpräsidiums des Schönstatt-Werkes

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P. Juan Pablo Catoggio

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